ÜBER MICH

Lena Häcki

Mein Motto: GIB NIEMALS AUF!

Geboren 01. Juli 1995
Bürgerort Engelberg
Wohnort Engelberg

Ausbildung   

 

 

Matura am Sportgymnasium Engelberg erfolgreich abgeschlossen (Juni 2014)

Spitzensport-RS 2015 absolviert

Hobbies Klettern, lesen, Ski fahren
Sprachen Deutsch, , Englisch, Französisch
Verein Nordic Engelberg
Kader Swiss-Ski Nationalmanschaft

Ziele

 

 

regelmässige Einsätze im Schweizer Weltcup Team, WM- und Olympiateilnahme



Artikel in der Schweizer Illustrierten

Text: Thomas Renggli - Fotos: Kurt Reichenback

Schweizer Illustrierte - 03. Februar 2017


Artikel im Tagesanzeiger

René Hauri - 05. Januar 2017 www.tagesanzeiger.ch/29064466

 

 «Und dann wird sie der Schweiz noch sehr viel Freude bereiten»

 

Tief durchatmen: Wie Lena Häcki schon in ihrem ersten Jahr als Profi in der Weltspitze angekommen ist.

 

Foto: Anders Wiklund (AFP)
Foto: Anders Wiklund (AFP)

Durchatmen. Den Moment geniessen. So gut es geht in dieser Euphorie, bei ­diesen Athletinnen, die ihr auf die Schulter klopfen, sie umarmen, ihr Küsse auf die Wange drücken. Gabriela Koukalova, die Dominatorin des letzten Jahres, Laura Dahlmeier, die überragende ­Biathletin dieses Winters, Altmeisterin Kaisa ­Mäkäräinen, alle stehen sie im Zielraum um sie herum. Plötzlich ist sie mitten unter den Weltbesten ihres Sports, unter denjenigen, welchen sie eigentlich nacheifert: Lena Häcki, 21 Jahre alt, aus Engelberg.

 

Vierte ist sie in der Verfolgung von Östersund geworden. «Traumhaft, überwältigend», entfährt es ihr auch jetzt noch, ein Monat ist seit ihrem Exploit vergangen. Seit dem Tag, an dem sie alle Scheiben traf, erstmals überhaupt – 20-mal ins Schwarze, «selbst bei einem Testrennen ist mir das noch nie gelungen». Ausgerechnet auf der grossen Bühne des Weltcups, zu Beginn ihrer ersten Saison bei der Elite, kam es zur Premiere für die Schweizerin.

 

«Ich schweife nicht mehr ab»

Tief durchatmen. Das ist ein Rezept ihres Erfolgs, einer der Gründe, weshalb sie in diesem noch jungen Winter mit den Rängen 10 und 12 bereits zwei weitere Glanzresultate erreichte. Sie hat intensiv an ihrer Atemtechnik gearbeitet, den ganzen Sommer über, zusammen mit ihrer Mentaltrainerin. Die Nervosität, von der sie oft unkontrolliert ergriffen wurde, sollte ihr nicht weiter im Weg stehen. «Beim Start war diese immer riesig und auch während des Rennens noch zu gross», sagt Häcki. Dagegen hilft: tief durchatmen. «Vor dem Wettkampf kann ich mich so beruhigen und auf ein gutes Nervositätslevel holen», sagt sie. Ein ­gewisses «Grundkribbeln», wie sie es nennt, brauche sie, um schnell zu sein. Nur muss sie das unter Kontrolle haben. «Ich atme nun bewusster und merke, dass ich so zu mir selber finde, dass ich mich darauf konzentrieren kann, was gerade passiert. Ich schweife nicht mehr ab und kann mich auf jeden einzelnen Schuss fokussieren.»

In Östersund habe sie die Balance ­gefunden. «Ich war voll bei der Sache, habe mich nach einem nicht ganz sauberen Treffer zusammengerissen und versucht, es besser zu machen», sagt Häcki. «Ich war ganz in der Welt des Biathlons.»

 

Armin Auchentaller, Trainer der Schweizer Frauen, formuliert es zwar ähnlich, nur ist deutlich nüchterner, was der Südtiroler sagt: «Sie hat für einmal richtig Biathlon gemacht.» Will heissen: Häcki lief nicht nur schnell, wie sie das schon oft getan hat, sie traf diesmal auch optimal. «Es hat mich nicht überrascht, dass sie das kann. Sie war im Sommertraining sehr solid und konstant», sagt Auchentaller.

Erstmals hat sich Häcki in der Vorbereitung ganz dem Biathlon gewidmet. Nach der Matura an der Sportmittelschule Engelberg arbeitete sie in einem lokalen Sportgeschäft, begann ein Fernstudium in Mathematik, das sie nun unterbrochen hat, 2015 absolvierte sie die Spitzensport-RS: «Jetzt bin ich Profi. Das ist super, auch wenn ich viel unterwegs bin und die Familie und Freunde selten sehe. Für eine gute Sache muss man auch etwas opfern.»

 

Dass sich das so schnell auszahlte, ist für sie die Bestätigung, dass sie im Sommer vieles richtig gemacht hat. Sie hat sich so intensiv mit ihrem Sport auseinandergesetzt wie nie, hantierte auch abseits der Pisten mit ihrem Gewehr, etwa in den Hotelzimmern, trainierte Abläufe, die sie schon Tausende Male gemacht hatte: Gewehr runter, Gewehr rauf. Magazin raus, Magazin rein. Verschluss ziehen, zielen, abdrücken. «Weil wir das so oft machen, geschehen die Abläufe immer unbewusster. Damit steigt das ­Risiko, dass sich Fehler einschleichen, dass man anfängt zu schludern. Ich muss den Körper zwar seine gewohnten Bewegungen machen lassen, aber mit dem Kopf dabei sein und darauf achten, dass alles sauber abläuft», beschreibt Häcki. Sie versucht dann, sich mental in eine Wettkampfsituation zu bringen, «herauszufinden, wie ich mich im Schiessstand fühle».

 

Plötzlich im Sog des Biathlons

Die Übungen hat sie zusammen mit der Mentaltrainerin entwickelt. «Eine sehr wichtige Figur in ihrem Puzzle», sagt Trainer Auchentaller. Macht sie so weiter, traut er seiner jungen Athletin noch viel zu. «Ich bin überzeugt davon, dass sie in Zukunft regelmässig vorn mitlaufen kann. Aber wir müssen ihr Zeit lassen, sie soll sich Schritt für Schritt verbessern und steigern», sagt er.

 

Tief durchatmen. Schliesslich ist Häcki erst 21. Und immer noch am Anfang. Als Kind interessierte sie alles andere, sie versuchte sich als Schwimmerin, Ruderin, im Klettern, Skifahren und Snowboarden. Ein Energiebündel sei sie gewesen, sagt Häcki, «oft mussten mich meine Eltern zwingen, zu Hause zu bleiben und zu lernen». Dass ihr insbesondere die mathematischen Fächer lagen, half, «ich musste nicht so viel büffeln wie andere». Den Grossteil ihrer Kindheit verbrachte sie deshalb draussen, wanderte, machte Velotouren mit Freunden. Sport hatte erst recht Priorität, als sie in die Sportmittelschule kam. Gerade eben, mit 14 Jahren, hatte sie zum Langlauf gefunden. Die Mutter einer Freundin hatte in Engelberg einen Club gegründet und war auf der Suche nach interessierten Mädchen. Häcki meldete sich, bald schossen sie im Training auch mit Luftgewehren, «und eines Tages meldete mich die Leiterin einfach für ein Biathlon-Testwochenende an», erinnert sich Häcki. «Es hat mir sehr viel Spass gemacht, alle anderen Sportarten rückten in den Hintergrund, ich geriet in den Sog des Biathlons.»

 

Eine Langlauf- geschweige denn eine Biathlon-Gruppe gab es an der Schule ­allerdings nicht, also trainierte Häcki mit den alpinen Skifahrern. Bis für sie 2013 eine eigene Sektion gegründet wurde. «Ich war das Pilotprojekt in Langlauf und Biathlon», sagt sie. Es hat sich bewährt, die Gruppe wird immer grösser. Häcki war damit im Kleinen, was ­Selina Gasparin im Grossen war: eine Vorkämpferin. Lange war die 32-jährige Bündnerin die einzige Schweizer Biathletin, trainierte mit den Männern, schlug sich durch, brachte es bis zu Olympia­silber in Sotschi und sorgte dafür, dass es nun überhaupt ein Schweizer Frauenteam gibt. «Sie war schon immer ein grosses Vorbild. Ich kann noch so viel von ihr lernen», sagt Häcki.

 

Konstanter zu werden etwa. «In diesem Bereich hat sie noch viel Potenzial», sagt Auchentaller. «Sie wird noch viele ­Situationen erleben, die neu sind, an denen sie wachsen, in denen sie Erfahrungen sammeln muss.» Und dann, ja dann «wird sie der Schweiz noch sehr viel Freude bereiten», glaubt der Trainer.

 

Vielleicht bereits wieder heute, wenn in Oberhof der Sprint ansteht. Aber eben: erst einmal tief durchatmen.

 

Tages-Anzeiger

Erstellt: 05.01.2017, 23:07 Uhr


Artikel in der NZZ

09. März 2015

Noch trifft Lena Häcki nicht oft genug ins Schwarze. Und doch gibt es im Schweizer Biathlon derzeit kein grösseres Talent als die 19-jährige Engelbergerin.

Philipp Bärtsch (7.3.2015)

http://www.nzz.ch/sport/skisport/schiessen-statt-schwimmen-1.18497050

 

Frauen-Biathlon – das war hierzulande jahrelang der Familienbetrieb Gasparin mit Selina, der ältesten von drei Schwestern, als pionierhafter Leaderin. Sie wurde vor einem Jahr Olympiazweite und bald darauf schwanger. Heute Samstag schaut Selina Gasparin daheim im Oberengadin als Mutter der acht Tage alten Leila vor dem Fernseher zu, wie an den Weltmeisterschaften in Kontiolahti neben ihren Schwestern Elisa und Aita auch eine 19-jährige Schweizer Newcomerin läuft und schiesst.

 

Lena Häcki heisst die junge Frau, und wer Markus Regli, den Disziplinenchef, oder Markus Segessenmann, den Nationaltrainer, auf Häcki anspricht, kann sich auf Schwärmereien gefasst machen. «Ein ungeschliffener Diamant, physisch mit riesigem Potenzial, ein Wettkampftyp, voller Leidenschaft für den Spitzensport», quillt es aus Segessenmann heraus. Man hört dem Berner an, wie viel Spass es ihm macht, mit Häcki zu arbeiten. Häcki läuft schnell wie der Wind, an den Juniorinnen-WM in Weissrussland gelangen ihr zuletzt in vier Rennen vier Laufbestzeiten, obwohl sie auch gegen ein Jahr ältere Athletinnen antrat. Doch im Schiessstand, da hapert es noch, 20 Schuss, 11 Fehler, 20 Schuss, 10 Fehler – so ging das eben auch an den Juniorinnen-WM, und so kam es insgesamt eben nicht so heraus, wie sich Häcki und Segessenmann und Regli das erhofft hatten.

 

Die Schwankungen im Schiessstand erstaunen aber nicht bei diesem Werdegang. Lena Häcki ist erst seit gut drei Jahren Biathletin, zuvor war sie alles Mögliche. Klettern, Schwimmen, Skifahren, Rudern, Biken – Hauptsache Sport, Hauptsache Bewegung. Auf Langlaufski debütierte Häcki erst als 14-Jährige, animiert von Helen Fischer, der Mutter einer Freundin aus dem Schwimmverein. Fischer fördert in Engelberg den Langlauf- und Biathlon-Nachwuchs, und sie fand, Langlauf oder Biathlon, das müsste doch etwas für die ausdauernde Lena sein. Nun gehört Häcki dem gleichen Team an wie ihr Vorbild Selina Gasparin, die schon vor dem Mutterschaftsurlaub so etwas wie eine Mutterrolle hatte, sich um die viel jüngeren Schwestern und Kolleginnen kümmerte statt wie jetzt um die kleine Leila. Heute Samstag steht Häcki erstmals am Start eines WM-Rennens, bewegt sich unter Figuren wie Daria Domratschewa, dreifache Olympiasiegerin, oder Kaisa Mäkäräinen, finnische Lokalheldin. Häcki wird schnell laufen – und versuchen, die Nervosität in den Griff zu bekommen, die ihr im Schiessstand noch zu oft in die Quere kommt. «Das ist eine Frage des Mentalen. Aber ich arbeite daran», sagt Häcki, die keine Hemmungen hat, die Dinge beim Namen zu nennen, auch die negativen.

 

Was mit ruhiger Hand möglich ist, bewies Häcki am 23. Januar in Antholz, wo sie Zwölfte wurde, in ihrem sechsten Weltcup-Rennen. Noch erwartet niemand regelmässig solche Exploits von ihr. Doch wenn Häcki das Nervenflattern ablegen kann, hat sie eine schöne Zukunft vor sich. Läuferisch vergleichen sie Segessenmann und Regli mit Benjamin Weger, der als junger Biathlet in seiner Altersklasse auch einer der besten Langläufer im Land war.

 

Nach dem WM-Abenteuer in Karelien wird Häcki den Aufwand weiter erhöhen. Statt wie seit der Matura 40 Prozent in einem lokalen Sportgeschäft zu arbeiten, rückt die Absolventin der Sportmittelschule Engelberg am Montag nach den Weltmeisterschaften in die Spitzensport-RS ein.


Lena Häcki – auf nach Presque Isle

Bericht www.sportmail.ch

 

Die 18jährige Engelbergerin ist gross im Kommen. Talentiert, kämpferisch, erfolgshungrig – Lena Häcki bringt alles mit, um in den nächsten Jahren im Biathlon für Furore zu sorgen. ganzen Artikel lesen...


Swiss Olympic EYOF Team - Ready for Romania


Sommerserie von Swiss Ski: Zukunftshoffnungen

27. Mai 2013 - www.swiss-ski.ch


Während sich in der Regel aller Augen auf unsere Top-Athleten richten, wächst in deren Schatten oft unbemerkt von einem grossen Teil der Öffentlichkeit eine starke Generation an talentierten, ehrgeizigen und siegeshungrigen Nachwuchsathleten heran, die unter ihresgleichen schon längst kein Geheimtipp mehr sind. Einige dieser hoffnungsvollen Sportlerinnen und Sportler, die vielleicht schon im nächsten Winter den Durchbruch auf die grosse Bühne schaffen können, möchten wir Ihnen im Laufe des Sommers vorstellen.

 

Den Beginn macht Lena Häcki, Biathletin aus Engelberg:

 

Lena, was würdest du als deinen grössten Erfolg in der vergangenen Saison bezeichnen?

Mein grösster Erfolg der vergangenen Saison war eindeutig der dritte Rang mit der Staffel mit Sabine di Lallo und Tanja Bissig an den Jugend- und Juniorenweltmeisterschaften in Obertilliach.

 

Worüber hast du dich in der vergangenen Saison am meisten gefreut?

Ganz klar über die Qualifikationen zur JWM und EYOF! Es ist einfach ein wunderbares Erlebnis, mit anderen Sportlern zusammen an Wettkämpfen in fremden Ländern teilzunehmen und neue Leute aus verschiedenen Nationen kennenzulernen.

 

Was ist eigentlich das Faszinierende an deiner Sportart?

Faszinierend am Biathlon finde ich die Kombination aus Schiessen und Laufen. Während eines Wettkampfs kann alles passieren. Das Schiessen fordert volle Konzentration und auch mentale Stärke, beim Laufen kann man sich komplett auspowern und beweisen, was in einem steckt. Die Kombination aus beidem finde ich unglaublich spannend, fordernd und interessant.

 

Worin liegt deine Stärke?

Ich würde sagen, dass meine Stärke das Langlaufen ist. Im Schiessen muss ich mich noch um einiges verbessern.

 

Was sind deine sportlichen Ziele?

Ich habe mir zum Ziel gesetzt, einmal im Weltcup mitlaufen zu können und vielleicht sogar einmal an Olympischen Spielen teilzunehmen.

 

Hast du (sportliche) Vorbilder und wenn ja, welche sind das?

Meine Vorbilder sind zum einen Selina Gasparin, weil sie eine Pionierin im schweizerischen Frauenbiathlon ist und sich das alles aufgebaut hat. Ein weiteres Vorbild ist Roger Federer, weil er einfach einen unglaublichen Kampfwillen besitzt.

 

Neben dem Sport: Was ist dir sonst noch wichtig im Leben?

Meine Familie ist unglaublich wichtig für mich, sie unterstüzen mich in allem, was ich tue. Sie sind immer für mich da, und auch meiner Schwester kann ich alles erzählen. Ebenfalls ganz wichtig für mich sind mein Freund und natürlich auch meine Freunde, die mich auch mal vom Sport ablenken, damit ich ein bisschen entspannen kann.

 

Hast du einen „Tick“ wie beispielsweise tonnenweise rosarote Gummibärchen verschlingen?

Ich verschlinge höchstens Bücher: Denn wenn ich beginne ein Buch zu lessen, kann ich es kaum weglegen.

 

Und zu guter Letzt: Hast du ein Lebensmotto, und wenn ja, wie lautet es?

Mein Lebensmoto ist kurz und bündig und sagt doch viel aus: Never give up!!